17. August 2022

Intern Kompetenzen stärken

Das Wonderwerk Team hat sich zum Ziel gesetzt, die eigenen Kompetenzen kontinuierlich zu erweitern und aktuell zu halten. Dies geschieht mit Hilfe eines neuen Formats namens „Skills4Heroes“. Das regelmäßige Format soll Wonderwerker:innen Methoden, Skills und Themenexpertise vermitteln. Vergangene Woche hat Skills4Heroes zum ersten Mal stattgefunden und war ein voller Erfolg. Das Thema? Design Research! 

Aber was versteht man unter Design Research eigentlich? Design Research ist ein weit gefasster Begriff für einen Prozess. Es geht darum, zugrundeliegende und teils verborgenen Wünsche, Bedürfnisse und Herausforderungen von Nutzer:innen zu erfassen und besser zu verstehen. Dieses Wissen ist entscheidend für die Gestaltung hilfreicher, nützlicher und gewünschter Produkte und Dienstleistungen. 

Isabella Gady, Chief Experience Officer bei Wonderwerk, bringt tiefgehende Erfahrung und Expertise beim Thema Design Research mit. Sie hat den Kolleg:innen als Design Research Expertin eine Vielzahl von Methoden vorgestellt, die typischerweise für die Analyse und Untersuchung der zugrundeliegenden Nutzer:innen-Bedürfnisse angewendet werden. Stichwort Anwendung: Auch wir Wonderwerker:innen haben die Methoden mittels eines fiktiven Beispiels praxisnah ausprobiert. Dabei ging es um die Reduktion von Unfällen mit Fußgänger:innen in der Wiener Innenstadt. Durch die Kombination unterschiedlichster Design Research Methoden haben wir einerseits neue Informationen und Erkenntnisse gesammelt und andererseits bereits vorformulierte Hypothesen überprüft.  

Als erste Methode haben wir uns der AEIOU-Methode gewidmet, die im Design Research Prozess häufig zu Beginn verwendet wird, da sie eine erste allgemeine Beobachtung liefert. Die Methode besteht dabei aus fünf Komponenten: Aktivitäten, Umwelt, Interaktionen, Objekte und Nutzer:innen. Anhand der einzelnen Dimensionen kann eine Feldbeobachtung strukturiert durchgeführt werden und es wird sichergestellt, dass die Beobachter:innen verschiedene Elemente berücksichtigen. 

Eine Methode, die an das Format der AEIOU-Methode anschließt, ist das sogenannte Behavioural Mapping bzw. die Erstellung von Flow Charts. Dabei wird ein bestimmter Ort untersucht und alle Bewegungen beobachtet, um diese in einer ausgedruckten Karte einzuzeichnen. Dadurch konnten wir feststellen, welche Interaktionen im Straßenverkehr stattfinden, welche Parteien involviert sind und inwiefern sich kritische Situationen ergeben können.  

Als nächste Methode wurde der Sound Walk durchgeführt, bei dem visuelle Reize ausgeblendet werden und der Fokus auf die Erhebung von Geräuschen in der Umwelt liegt. Wir haben dazu kurze Spaziergänge durch die Innenstadt gemacht und diese mit einem Mikrofon aufgezeichnet, um danach herauszufinden, welche Geräusche im Straßenverkehr der Wiener Innenstadt besonders präsent sind.  

Um die Bewegungsabläufe von verschiedenen Parteien im Straßenverkehr detaillierter zu analysieren, wurde das sogenannte Shadowing angewandt. Dabei sucht man sich einen Untersuchungsgegenstand aus. In unserem Fall folgten wir für einige Zeit Passant:innen, die in erhöhter Geschwindigkeit eilig durch die Straßen liefen, um reales Verhalten nachzuahmen.  

Sobald man einige Erkenntnisse beobachten konnte, ist es sinnvoll, den Methodenmix um sogenannte Interceptions zu ergänzen. Dabei befragt man selektierte Personen etwa zwei bis vier Fragen über ihr Verhalten in einer spezifischen Situation und erfragt somit den Hintergrund. Infolgedessen erhält man persönliche Einschätzungen und individuelle Gedanken, die den Design Researchern wertvolle Informationen und Erklärungen liefern. 

Speziell interessant war die Methode Visual Ques bzw. unobstructive Measures. Objekte wie beispielsweise Schilder oder Boxen werden in den untersuchten Raum integriert und danach das Verhalten der Personen und die Interaktionen mit den Untersuchungsobjekten untersucht. In unserem Fall haben wir Schilder gebastelt, die die Aufmerksamkeit der Passant:innen auf mögliche Gefahrenstellen im Straßenverkehr steigern sollten. Diese platzierten wir an verschiedenen Stellen und beobachteten das Verhalten der Passant:innen vor der Platzierung und danach.  

Abschließend integrierten wir Image Boards in unseren Methodenmix. Bei Image Boards handelt es sich um Collagen von Fotos, Logos, Graphiken und anderen visuellen Darstellungen, die während der Beobachtungen und Methoden dokumentiert werden. Image Boards eignen sich ins besonders, um Details und Momente in der Erhebungsphase präzise festzuhalten, aufzubereiten und zu kommunizieren. Außerdem vermitteln Bilder oft ein anderes, u.a. verständlicheres, Bild als rein verbale Beschreibungen. Insbesondere für Personen, die im Design Research bisher nicht eingebunden waren, fassen Image Boards die wichtigsten visuellen Aspekte zusammen.  

Unser neues Format „Skills4Heroes“ hat uns Wonderwerker:innen die Möglichkeit gegeben, unser Wissen über Design Research zu vertiefen sowie mit einer Vielzahl an Methoden zu experimentieren, gemeinsam voneinander zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Nach der intensiven Anwendung der Methoden und einer gemeinsamen Reflexion, freuen wir uns, unsere Kund:innen mittels Design Research bei ihrer Nutzer:innen-Zentrierung zu begleiten.  

WW-Team