13. Mai 2022

Trend Radar und Trendspotting

Viele Unternehmen und Personen sehen sich gerade mit einer unglaublichen Vielzahl an technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert, die in einer Geschwindigkeit auf sie zukommen wie nie zuvor. Auch der dauernde Medienkonsum und die ständige ‚Beschallung‘ mit Trends, Technologien, neuen Konzepten und gesellschaftlichen Veränderungen machen es immer schwieriger, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.

Es braucht also ein ‚Entwirren‘ dieser Themenbereiche und ein konsequentes Bearbeiten einzelner Themen. Dadurch gelangt man zu einem klaren Bild und einer Übersicht darüber, welche Trends und Technologien für mich und meine Organisation relevant sind und welche es definitiv nicht sind – egal wie groß der Hype darum gerade ist.

Wie wir von Wonderwerk dabei vorgehen und unsere Kund:innen unterstützen zu diesem klaren Bild zu gelangen, wollen wir Ihnen in diesem Beitrag zeigen. Am Ende des Prozesses liegt ein Trend Radar vor, das Ihnen sowohl als strategische als auch als operative Orientierungs- und Entscheidungshilfe zur Verfügung steht.

  1. Megatrends beleuchten 

Wir beginnen bei der höchstmöglichen Flughöhe – den Megatrends. Megatrends benennen und beschreiben komplexe Veränderungsdynamiken der Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Sie zeichnen sich durch ihre Langfristigkeit, ihre Ubiquität, ihr Globalität und ihre Komplexität aus. Es gibt unterschiedliche Organisationen und Institute, die sich mit den großen Treibern der Veränderung beschäftigen. Für uns steht in dieser Phase vor allem die Schaffung von Orientierung im Vordergrund, also eine erste Antwort auf die Frage „Welche großen Trends und Veränderungen werden Ihre Organisation in Zukunft wie stark beschäftigen?“ zu finden. Dazu kategorisieren wir gemeinsam die Megatrends und führen eine erste Priorisierung durch. 

  1. Makrotrends auswählen 

Im nächsten Schritt gehen wir eine Ebene tiefer und schauen uns innerhalb dieser Megatrends größere Trends (Makrotrends) an. Diese sind schon wesentlich enger gefasst und liefern ein umfassendes Bild der großen gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen. Wir identifizieren gemeinsam jene Megatrends, die die größte Auswirkung (Impact) auf Ihre Organisation haben, in dem wir einen holistischen Blick auf Ihre Organisation werfen, von Lieferant:innen, über Konkurrent:innen hin zu Kund:innen.

  1. Suchfelder eingrenzen (Verzahnung mit Unternehmensstrategie, Produktportfolio, Branchen)  

Nun erfolgt die Verzahnung der Trends mit der Unternehmensstrategie oder dem Produktportfolio – ein essentieller Schritt im Prozess. Denn nur wenn Trends und Technologien mit der Unternehmensstrategie abgeglichen sind und sich dort (bis zu einem gewissen Grad) wiederfinden, ist eine Umsetzung in der Organisation im Anschluss wahrscheinlich. Wenn sich die identifizierten Trends nicht in der Strategie wiederfinden, entsteht Handlungsbedarf. Dies ist ein wichtiges Signal, die Strategie dahingehend anzupassen und weiterzuentwickeln. 

  1. Zeithorizonte des Trend Radars festlegen 

Je nach Organisationstyp und Reaktionsgeschwindigkeit auf Veränderungen können hier unterschiedliche Zeithorizonte festgelegt werden. Typischerweise teilen wir den Trend Radar in 3 Bereich ein:
 

  • Unmittelbarer Handlungsbedarf 1-2 Jahre 
  • Mittelfristiger Handlungsbedarf 3-5 Jahre 
  • Langfristiger Handlungsbedarf 5-10 Jahre 

  1. Trends recherchieren und sammeln  

Im nächsten Schritt begeben sich die Workshop-Teilnehmer:innen oder auch eine eventuell etablierte Trendscout-Gruppe auf die Suche nach den Treibern zukünftiger Veränderung. Dies kann durch Recherche erfolgen, den Besuch von Fach- und Zukunftskonferenzen, dem Folgen von Thought-Leadern der Branche oder dem Beitritt relevanter Vernetzungsgruppen. Die dabei identifizierten Trends und branchenspezifischen Lösungen bzw. Veränderungen werden gesammelt und konsolidiert. Wichtig dabei ist, ein einheitliches Format in der Ausarbeitung der Trends zu wählen, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen und die gleiche Flughöhe zu gewährleisten. 

  1. Grobe Kriteriencheckliste entwickeln und Trends bewerten 

Als nächstes wird eine kurze Kriteriencheckliste entwickelt, die dabei unterstützen soll, die unterschiedlichen Dimensionen der Auswirkung des Trends auf die Organisation zu bedenken und zu berücksichtigen. Typische Kriterien sind dabei die Relevanz für die Organisation bzw. unsere Kund:innen, den Branchenimpact, das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Bearbeitung und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Anschließend erfolgt die gemeinsame Bewertung der ausgewählten Kriterien. Achten Sie darauf, bei Kriterien und ihrer Bewertung nicht zu kleinteilig zu werden und sich in Detaildiskussionen zu verzetteln. Behalten Sie das große Ganze im Auge. 

  1. Trends auf Trendradar verorten und aktualisieren  

Im letzten Schritt werden die identifizierten und bewerteten Trends gemeinsam auf dem Trend Radar verortet. Durch die unterschiedlichen Perspektiven auf die Themen entsteht eine ganzheitliche Sicht und ein besseres Gesamtergebnis. Dieser Schritt kann und soll im Anschluss an die erstmalige Erarbeitung des Trend Radars, laufend fortgeführt werden. Hier bietet sich das Trendscout-Team an, das den Trend Radar pflegt und laufend nach neuen Trends und Veränderungen ‚scoutet‘. So bleibt der Trend Radar aktuell und die Aufmerksamkeit auf dem Thema hoch.  


Nun ist er fertig – der Trend Radar spezifisch für Ihre Organisation. Achten Sie darauf, nur die wichtigsten Trends mit dem größten Impact auf den Trend Radar aufzunehmen. Je nach Suchfeldgröße kann die Anzahl variieren – es gilt jedoch, das Prinzip der Übersichtlichkeit und der Priorisierung. Denn stehen 50 oder mehr Trends und Technologien auf dem Radar, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie in den wirklich wichtigen Bereichen keine ausreichenden Fortschritte erzielen. Gerade in großen Organisationen kann es daher durchaus Sinn haben, mehrere Trend Radare zu nutzen, beispielsweise für unterschiedliche Geschäftsbereiche, Produktlinien, Branchen oder Technologiebereiche.  

Agilität